Keratokonus

Die Augenkrankheit Keratokonus

Wir haben uns seit 15 Jahren wesentlich mit dem Thema Keratokonus befasst. Wir sind der Ansicht, dass die gegenwärtige, fast durchgehend übliche Empfehlung, den Konus so lange mit Kontaktlinsen zu behandeln bis diese nicht mehr vertragen werden, falsch ist.Diese Empfehlung führt dazu, dass die betroffenen Patienten über Jahre nur mit Kontaktlinse ein brauchbares Sehvermögen haben.
In der Zwischenzeit verschlechtert sich die Situation des Keratokonus, die Hornhaut wird dünner, die Ausstülpung nimmt zu, der Patient kommt zunehmend in die Situation, wo nur eine perforierende Keratoplastik hilft. Dies ist aber genau das, was wir vermeiden wollen.

Wir halten die Empfehlung, eine Therapie durch Kontaktlinsentragen hinauszuzögern nicht mehr für vertretbar, da bei fast allen Keratokonus-Patienten die Hornhaut-Innenschicht gesund ist und unbedingt erhalten werden sollte. Nur durch die Erhaltung eigenen Innenschichten der Hornhaut kann eine Heilung erfolgen.
Das Ziel der Stadien entsprechenden Therapie ist es deshalb, die eigene Hornhaut der Patienten zu erhalten.

Keratokonus - Stadien entsprechende Therapie

Die allgemeine Empfehlung für Stadium I + II: Harte Konaktlinsen – das Sehvermögen wird besser, da die Berg + Tal Situation des Keratokonus von diesen überbrückt wird.

Unsere Einschätzung:

Dies ist keine Therapie. Unter den Linsen geht der Konus weiter. Der Patient wird getäuscht, da er meint, die Krankheit sei durch die Linse kompensiert.

Bei Patienten, die Kontaktlinsen nicht vertragen, ist die allgemein empfohlene Behandlung: CROSSLINKING (CXL): Hierbei wird Riboflavin – ein Vitaminabkömmling – mit UV-Licht in die Hornhaut eingebrannt, die Hornhaut wird steifer und beult sich in vielen Fällen weniger aus.

Unsere Einschätzung zu Crosslinking:

Das Verfahren ist im Effekt zweifelhaft: Es fehlen relevante, kontrollierte Studien über den Effekt des Verfahrens in den einzelnen Stadien des Keratokonus und kein Arzt kann sagen, welche Chance Sie haben, durch CXL besser zu sehen. Es werden verschiedene Anwendungen des CXL angeboten, ohne dass die Ergebnisse des Verfahrens, insbesondere in Langzeitstudien, vorlägen. Wir warnen vor diesem Verfahren, da wir Anlass haben anzunehmen, dass eventuell erforderliche Transplantationen bei gecrosslinkten Augen nicht mehr möglich sind. Dies gilt sowohl für lamelläre Keratoplastiken(Stadium III), als auch für perforierende (Stadium IV). Eine Arbeit dazu wurde vor kurzem von uns im Journal Cornea veröffentlicht.

 

Stadium

In Stadium I wird die Cirkuläre Keratotomie durchgeführt. Dabei wird ein runder Schnitt in die Hornhaut gelegt, dessen festes Narbengewebe das Fortschreiten stoppt.

Keratokonus Stadieneinteilung nach Krumeich

  • exzentrische Hornhautversteilung
  • induzierte Myopie (Kurzsichtigkeit) und/oder Astigmatismus von ≤ 5 Dioptrien
  • Hornhautradien ≤ 48 Dioptrien
  • Vogtsche Linien, keine Narben
In Stadium II wird entweder die Cirkuläre Keratotomie oder  die Epikeratophakie durchgeführt. Bei der Epikeratophakie wird eine Spenderhornhaut ähnlich wie eine Kontaktlinse auf die Hornhaut aufgenäht.
  • induzierte Myopie und/oder Astigmatismus von >5 Dioptrien bis ≤ 8 Dioptrien
  • Hornhautradien ≤ 53 Dioptrien
  • keine zentrale Hornhautnarben
  • Hornhautdicke ≥ 400 µm

In Stadium III wird entweder die Epikeratophakie oder die tiefe lamelläre Keratoplastik durchgeführt. Dabei wird nur der erkrankte Teil der Hornhaut durch eine Spenderscheibe ersetzt. Die patienteneigene Endothelschicht bleibt erhalten.

  • induzierte Myopie und/oder Astigmatismus von >8 Dioptrien bis ≤ 10 Dioptrien
  • Hornhautradien > 53 Dioptrien
  • keine zentrale Hornhautnarben
  • Hornhautdicke 200–400 µm

In Stadium IV wird die perforierende Keratoplastik mit dem Krumeich Hornhautring durchgeführt. Dabei handelt es sich um die klassische Hornhauttransplantation, bei der die Patientenhornhaut durch eine Spenderscheibe ersetzt wird.

  • Refraktion nicht messbar
  • Hornhautradien > 55 Dioptrien
  • zentrale Narben
  • Hornhautdicke ≤ 200 µm

Das Stadium ist festgelegt, wenn eines der jeweiligen Charakteristika zutrifft. Die Hornhautdicke bezieht sich auf die dünnste gemessene Stelle der Hornhaut.